11.08.2012 Wie alles begann…

Veröffentlicht: 11. August 2012 in History

Unser Werdegang

Viele Fragen uns „Wie seid ihr eigentlich auf Solid-Haus gekommen?“. Nun, das ist ein langer und holpriger Weg gewesen.

Zunächst mussten wir uns entscheiden: Architekt oder Bauträger, möchten wir Stein auf Stein bauen, doch lieber Holzständerbauweise, oder gibts da noch mehr? Und wenn Stein auf Stein, dann Poroton oder Kalksandstein oder Beton…Also folgten viele Wochen voller Recherche im Internet, in Fachzeitschriften, ja sogar in Büchern, die sonst fürs Architekturstudium nötig sind. Da wir danach auch nur wenig entscheidungsfreudiger waren, beschlossen wir uns die Meinungen der diversen Baufirmen anzuhören und vereinbarten jede Menge Termine.

  • Begonnen haben wir mit „Häusern mit Herz und Verstand“. Geworben wurde mit Grundtück plus Haus in für uns ansprechender Lage, Größe und angemessenem Preis. Nach 15min Gespräch stellte sich heraus, dass das Grundstück nicht existierte und das Haus von seiner Grundfläche auch nie ins Baufenster gepasst hätte. Vorschlag seitens der Firma nach 15min: Blanco-Hausvertrag ohne Grundstück, ohne Haus. Is klaaaaaaa……Zum warm werden abgehakt.
  • Der Kontakt der „Nr1 für Holzfertigbauhäuser“ war kompetent, hat die -aus seiner Sicht- Vorteile der Holzständerbauweise gegenüber der klassischen Stein-auf-Stein Fertigung klar dargestellt und hätte uns sogar noch ein Grundstück organisiert, da wir zu der Zeit noch keines hatten. Aus Gründen, auf die wir später noch näher eingehen werden, haben wir uns dann gegen die Holzbauweise entschieden und deshalb die Termine bei anderen Anbietern abgesagt.
  • Nach dem ersten Termin beim „Zuhause-Haus“ waren wir zunächst euphorisch und dachten, unsere Suche hätte ein Ende gefunden. All unsere Wünsche und Vorstellungen seien machbar und passend zu unserem Budget. Nach drei Tagen stellte sich jedoch heraus, dass unser Budget gleich um 140.000€ überschossen wurde. Zusammengefasst kann man sagen, dass diese Firma es mehrfach in unsere Top5-Lacher der Vorgespräche geschafft hat und uns da die stolz angepriesene Flasche Hauswein der Chefin nicht mehr umstimmen konnte.
  • Ein Massivholzanbieter, dessen Name sich leider nicht so toll umschreiben lässt, viel uns durch extrem modernes und innovatives Design auf. Das Telefonat mit folgendem Zitat:“Egal wer baut, isch bau beste Haus von die Welt“ brachte uns dazu, diesen Kontakt im weltbesten Sand verlaufen zu lassen.
  • „Wir bauen für ihr Leben gern“- das hört sich doch vielversprechend an. Das Konzept des Sonnenhauses erregte unser gesteigertes Interesse. Nach langer Anfahrt trafen wir auf einen- trotz des vereinbarten Termins- völlig unvorbereiteten, unmotivierten Arbeitsverweigerer, der seine Arbeitseinstellung gleich auf seiner Kaffeetasse zur Schau stellte: „Wie schön wäre dieser Job ohne Arbeit“…Auch er hat es in die Top5 geschafft, und P.S.: wir warten übrigens immernoch auf den Hausentwurf samt Preis.
  • Aus Galgenhumor und der Vollständigkeit halber haben wir auch bei der Firma „Stadt und Land“ einen Beratungstermin vereinbart und wahrgenommen. Überraschung: Alles ist möglich und unser Budget wäre zu hoch. Nach 6 Monaten dann eine eMail: „Das Haus passt nicht in unser Unternehmenskonzept“. Auch gut, wenn wir ehrlich sind, wollten wir eh nie mit denen Bauen, allein der Firmenname war uns schon zu schäbbig.
  • Das Konzept des „fließenden Architektur“büros war zwar optisch auch sehr verlockend und ansprechend. Der Basispreis an sich leistungsgerecht. Nach Abarbeitung unserer Tipp-Liste (siehe unten) stellte sich heraus, dass die Aufpreise nach Vergleich mit anderen Anbietern rund 150% (!!) über dem nächst höchsten Wert lagen. Ohne Worte.
  • Nach Durchforstung des Internets und der Gelben Seiten schrieben wir eine Rundmail an für uns interessante Architekten. Keine gute Idee. Unsere Liste mit konkreten Wünschen, Zeitraum- und Budgetplanung wurde teils beleidigend beantwortet. Ein Kandidat schaffte es in unsere Top5, mit einem der Büros hatten wir einen Termin.
  • Da wir begründete Budget-Bedenken bei den Architekten hatten (siehe Top5), wiesen wir bei den „Baukünstlern“ mehr als deutlich darauf hin. Das Gespräch bei uns zuhause verlief vorbildlich und hochprofessionell. Die präsentierten Beispielentwürfe im Großformat, mit Erklärung zur Arbeit eines Architekten, waren beeindruckend. Unsere Befürchtungen bestätigten sich dahin gehend, dass ein um 50% größeres Haus geplant wurde, welches auf Nachfrage natürlich unser Budget überstieg. Schade…
  • Der Geheimtipp eines Kollegen, der gerade mitten im Bau mit Architekt Herrn L. steckte, verleitet uns dazu, ein weiteres Architektengespräch zu führen. Optik und Design hochmodern und einfallsreich, einzigartig. Aufgrund der unsicheren Preislage und der inzwischen doch dringlichen Entscheidung (auf Grund unseres Grundstückserwerbes), mussten wir hier leider die weiteren Planungen einstellen.
  • Von Beginn an waren wir auch in Kontakt mit der Firma „solid-Haus“, welche uns schon vor Jahren durch einen Artikel in einer Hauszeitschrift ins Auge gefallen war. Diese Firma konnte sich gegen den oben genannten Architekten durchsetzen. Im morgen erscheinenden Beitrag werden wir unsere bisherigen Erfahrungen schildern.

Top5-Lacher aus den Vorgesprächen

  • Nach Besprechung unserer Hausvorstellungen bekamen wir auch nach mehrfacher Aufforderung keine Umsetzung unseres Dachaufbaus mit der Begründung:

„Dieses Dach plane ich nicht. Das gefällt mir nicht.“ (Zuhause-Haus)

  • Während unseres Vorgespräches, zu dem wir nur eins unserer beiden Kinder mitnahmen, wurde unser Wunsch nach zwei Kinderzimmern im OG wie folgt kommentiert:

„Na, jetzt haben Sie ja erstmal nur eins…“ (Wir bauen für ihr Leben gerne)

  • Auf unsere Frage, im telefonischen Beratungsgespräch mit einem Architekten, über die ungefähre Budgetplanung bekamen wir folgende Antwort:

„Das kann man nie abschätzen, das entwickelt sich beim Bau“ (Architekt aus Karlsruhe)

  • Nach Sprengung unseres Budgets um 140.000€ und unsere darauf folgend deutliche Absage, wurde folgend reagiert:

„Ich fühle mich als ob wir nochmal darüber sprechen sollten“ (Zuhause-Haus) Knapp daneben *Hust*

  • Das deutlich zu groß angeplante Haus und unser erneuter Hinweis auf das hierfür nicht ausreichende Budget, wurde folgendermaßen „entkräftet“:

„Ich wollte nur Zeigen was geht und wissen ob Ihnen die Quadratmeter zusagen“. (Baukünstler)

Ja, gefallen uns, aber wer zahlt??!!

Unsere Tipps für alle in der Vorplanung

  1. Die Elektrobasisausstattung der Anbieter reicht von katastrophal bis gerade ausreichend. Da wir hier schnell Summen von bis zu 15.000€ angeboten bekamen, können wir nur den Tipp geben, den gewünschten Standard frühzeitig vor Unterschrift einpreisen zu lassen. Als kleine Hilfe gibt es hierfür von der Elektroindustrie Standards, die wir dazu nutzten.
  2. Die Lock-Angebote vieler Firmen beinhalten oft keinen einzigen Rolladen oder Jalousien. Hier wurde uns für Plastik-Elektrorolläden im EG ein Angebot über 12.000€ gemacht. Schnäppchen…Wer also welche plant, frühzeitig einkalkulieren lassen.
  3. Wer mit einer Lüftungsanlage liebäugelt: bei gleicher Hausgröße und gleichen Eigenschaften der Anlagen lag die Preisspanne zwischen 10.000€ und 29.500€. Also auch hier vor Unterschrift berechnen lassen.
  4. Eine ausführliche Vorplanung der eigenen Wünsche und Ideen hilft bei den Beratungsgeprächen ungemein. Die meisten Berater waren von unserer 3-Seitigen Liste überrascht und positiv beeindruckt. So wird in einem auch schonmal länger dauernden Beratungsgespräch (1-2 Std sind normal) nichts vergessen und man kann sich gleich Notizen machen.
  5. Verträge VOR Vertragsunterzeichnung grüdlich zu lesen und ggf vom Fachmann prüfen zu lassen hat noch keinem geschadet (außer den ganzen Reality-Soap-Idioten eines großen deutschen Privat-TV-Senders. Die lasen angeblich auch alle vorher, aber was stellt sich die Frage…Bild-Zeitung!?)

Die Frage: „Was ist der beste Baustoff?“

… konnten wir für uns nicht eindeutig beantworten. Auch die Frage nach dem Heizungtyp ist von zu vielen Einflussfaktoren abhängig, als dass man sie generell beantworten könnte.
Wir haben uns gegen die Holzständerbauweise entschieden, weil:
1. Akkustik (Geräusche vom OG; Heimkino; Kinderzimmer)
2. Statik (3m Raumhöhen waren nicht oder nur mit extremen Aufwand möglich)
3. Beständigkeit und Wiederverkaufswert. (Schäden in der perfekt aufgebauten Wand machen dieser mehr zu schaffen als einer Massivsteinwand)
Wir haben uns gegen die Holzmassivbauweise entschieden, weil:
1. Durchschaubarkeit der Angebote extrem undurchsichtig in Bezug auf die Holzqualität waren. Massivholz/Vollholz wird seeehr unterschiedlich ausgelegt
2. Damit waren die anderen Gründe schon hinfällig
Also wurde es Stein. Nach unserem Studium haben die gloreichen Drei (Kalksandstein, Ziegel, Beton) alle ihre Vor-/Nachteile.
Wir haben uns im Endeffekt dann für eine Mischung entschieden und bauen ein Fertighaus aus -einfach ausgedrückt- vorgegossenen Ziegelwänden und Stahlbetondecken. Damit verbinden wir für uns gute Akkustikeigenschaften, eine tolle Raumhöhe, Wertbeständigkeit und die schnelle Bauweise.

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